Kompetenz-Erfassung in Kindergarten und Schule

Deutsch Mathematik Englisch Herkunftsprachen Einschätzungsbögen

Antworten auf häufige Fragen (FAQ)

Was ist KEKS?

KEKS steht für Kompetenzerfassung in Kindergarten und Schule und ist ein umfassendes System diagnostischer Instrumente zur regelmäßigen und fortlaufenden Erfassung von Kompetenzen 4- bis 16-jähriger Kinder und Jugendlicher. Die Testbatterie beinhaltet Gruppentests in Deutsch, Mathematik (für 5-Jährige bis hin zur 8. bzw. 6. Klasse) und Englisch (3. bis 8. Klasse), Sprachtests in verschiedenen Herkunftssprachen (5-Jährige/ 1. Klasse und 4. bis 6. Klasse), Aufgaben zur Textproduktion sowie Onlinetests für verschiedene Jahrgangsstufen. Ergänzt werden die Tests durch Einschätzungsskalen zur Beschreibung überfachlicher Kompetenzen (Selbstkompetenz, sozial-kommunikative und lernmethodische Kompetenzen) von Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 14 Jahren.


Was bringt mir KEKS?

Die Testserie KEKS ermöglicht es, die Kernkompetenzen in Deutsch, Mathematik, Englisch und Herkunftssprachen von Kindern (ab 4 Jahre) und Jugendlichen (bis 16 Jahre) mit einfach zu handhabenden Testformaten objektiv zu erfassen. Die individuelle Lernentwicklung der Kinder und Jugendlichen kann durch einheitliche Kompetenzskalen über einen langen Zeitraum vergleichbar beschrieben werden.
Die Tests dienen diagnostischen Zwecken und nicht der Benotung oder als Grundlage für Übergangsentscheidungen. Sinn der Tests ist es festzustellen, was Schüler/-innen schon können bzw. was sie noch nicht können, um die individuelle Lernplanung darauf auszurichten und sowohl Unter- als auch Überforderungen der Kinder zu vermeiden.


Was sind die Inhalte der KEKS-Tests?

Die Tests variieren je nach Klassenstufe und Domäne. In den Sprachtests werden die Bereiche Sprachmittel (Wortschatz, Grammatik), Schriftsprache (Phonologische Bewusstheit, Lesen, Rechtschreibung), Hörverstehen und sprachlicher Ausdruck getestet. Im Mathematiktest geht es um technisch-formale Fertigkeiten und problemlösendes Modellieren. Es handelt sich dabei u. a. um einfaches und komplexes Rechnen, den Umgang mit Mengen, Teilmengen und Zahlen sowie den Umgang mit Brüchen und dem Stellenwertsystem.
Für Kinder, die noch nicht lesen können, gibt es bildgestützte Aufgaben. Durch Vorlesen erfahren die Kinder, was sie bei der jeweiligen Aufgabe zu tun haben.


Genügt eine einmalige Testung oder muss die Testung später wiederholt werden?

Eine einmalige Testung ist nur eine Momentaufnahme. Um Rückschlüsse auf die Lernentwicklung der Kinder und Jugendlichen ziehen zu können, sind weitere Testungen erforderlich.


Können auch Kinder mit geringen Deutschkenntnissen den Test ablegen?

Die Sprachtests sind immer in der jeweiligen Zielsprache gestellt, d. h. der Englischtest ist komplett auf Englisch, der Türkischtest auf Türkisch usw. Für Deutsch und Mathematik sollten die Schüler/-innen über eine Grundkompetenz im Deutschen verfügen. Zu vielen Aufgaben gibt es Beispielaufgaben, die gemeinsam besprochen werden, sodass den Kindern klar sein sollte, was im jeweiligen Testteil von ihnen erwartet wird. Außerdem sind die Aufgaben leicht verständlich konstruiert. Die Deutschtests stecken ein weites Kompetenzspektrum ab, sodass sie auch bei Kindern mit geringen Deutschkenntnissen valide Aussagen über die jeweiligen Kompetenzbereiche ermöglichen.


Wofür gibt es Einschätzungsbögen?

Einschätzungsbögen ergänzen die Tests und dienen zur Beschreibung der überfachlichen Kompetenzen. Zur Einschätzung überfachlicher Kompetenzen wurden Einschätzskalen entwickelt, die sich auf emotional-motivationale, sozial-kommunikative und lernmethodische Kompetenzen beziehen. Für Kinder bis zur einschließlich 3. Klasse gibt es Bögen für die Hand der Pädagogen; für ältere Kinder und Jugendliche werden auch entsprechende Selbsteinschätzungsbögen angeboten. Der Vergleich zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung ermöglicht es, wichtige Hinweise auf unterschiedliche Wahrnehmungen zu gewinnen. Durch den Einsatz der Einschätzungsbögen wird Transparenz hinsichtlich der schulischen Erwartungen im Bereich der überfachlichen Kompetenzen hergestellt.


Darf ich den Kindern helfen?

Es sind keine Hilfsmittel erlaubt und Sie dürfen den Schüler/-innen auch nicht beim Lösen der Aufgaben helfen. Wenn die Kinder eine Aufgabe nicht verstanden haben, wiederholen Sie lediglich die Aufgabenstellung, wie sie in den Durchführungshinweisen steht. Eine Veränderung der Aufgabenstellung zieht möglicherweise unbeabsichtigte Veränderungen der Anforderungen der Aufgaben nach sich. In jedem Fall sollten Sie die Kinder motivieren, auch schwierige Aufgaben zu lösen bzw. es zumindest zu versuchen, und ihnen vermitteln, dass es in Ordnung ist, nicht alle Aufgaben lösen zu können.
Die Tests dienen diagnostischen Zwecken und nicht der Benotung oder als Grundlage für Übergangsentscheidungen. Sinn der Tests ist es festzustellen, was Kinder schon können bzw. was sie noch nicht können, um die individuelle Lernplanung darauf auszurichten. Deshalb gibt es in den KEKS-Tests neben einfachen Aufgaben auch immer solche, die von einem Teil der Schüler/-innen noch nicht gelöst werden können. Dies ist ein Grundprinzip der Testserie.


Wie lange dauert der KEKS-Test und wie läuft die Testung ab?

Die Testung für eine Domäne dauert in der Regel eine Unterrichtsstunde (45 Minuten). Zusätzlich zu den Testheften erhalten Sie eine Durchführungsanleitung, in der genau beschrieben steht, wie Sie vorgehen sollen. Häufig gibt es eine Beispielaufgabe, die von allen gemeinsam bearbeitet wird; danach arbeiten die Schüler/-innen für sich. Als Testleiter sollten Sie lediglich die Zeit im Auge behalten (für alle Aufgaben gibt es Richtzeiten, für manche fest vorgegebene Zeiten), um dann gemeinsam mit den Schüler/-innen zur nächsten Aufgabe zu gehen.
Es sind keine festen Pausen während der Testung eingeplant. Es sollte darauf geachtet werden, die Tests zügig durchzuführen, da unnötige Pausen und Unterbrechungen die Testsituation belasten. In einzelnen Fällen, zum Beispiel wenn die Kinder sehr unkonzentriert sind, können nach der Beendigung eines Testteils jedoch Pausen eingebaut werden. Die Testzeit verlängert sich dementsprechend. Bei jüngeren Kindern (Kita und Vorschulklasse) ist es empfehlenswert, die Testung einer Domäne auf mehrere Tage zu verteilen, sodass die Kinder täglich nur etwa 20 Minuten getestet werden.


Warum sollen Pseudowörter geschrieben werden?

Mit den Pseudowörtern, also Wörtern, die in der deutschen Sprache nicht existieren, aber nach Regeln des deutschen Sprachsystems konstruierbar sind, soll das Strukturwissen über Orthografie erfasst werden, ohne dass die Schüler/-innen auf das im Gedächtnis eingetragene Lexikon (Merkwörter) zurückgreifen können. Sie müssen sich die Schreibungen aufgrund ihrer Kenntnis der Zuordnungsregeln für Laute und Buchstaben und für von der Lautung abweichende Schreibungen konstruieren und ggf. durch Analogieschlüsse von vorhandenen bzw. gezielt vorgegebenen Schreibungen erschließen. Damit geben die Schreibungen Aufschluss darüber, welche orthografischen Regelungen und Operationen den Kindern bereits verfügbar sind und welche noch nicht.
Um einen Vergleich zu den Schreibungen tatsächlich vorhandener Wörter ziehen zu können, enthalten die Rechtschreibtests auch eine kleine Liste mit realen Wörtern, die ebenfalls geschrieben werden sollen.


Welche Testungen sind außer KEKS erforderlich?

KEKS ist ein Screening-Test zum Zwecke des Lernentwicklungsmonitorings und kann für Diagnosen im Rahmen des Hamburger Sprachförderkonzepts verwendet werden. Er ersetzt jedoch keine förderdiagnostischen Verfahren. Es kommt also darauf an, wie die außerdem angebotenen Tests (wie HSP, Stolperwörtertest oder HaReT) genutzt werden. KEKS ist in der 1. Klasse für die Lernausgangslage geeignet. Die HSP wird nicht ersetzt, sofern Sie ein Strategieprofil ermitteln wollen. Der Stolperwörtertest wird teilweise überflüssig, es sei denn, es geht Ihnen speziell um die Dekodiergeschwindigkeit.
Das Entscheidende bei KEKS ist sein Systemgedanke: Überschneidende Verankerung der Testaufgaben über Jahre, ökonomischer Einsatz und onlinegestützte Auswertung ermöglichen die Beschreibung von Lernentwicklungsprofilen in Deutsch, Mathematik und Englisch.